Veluwerally

Der Nordspitzenstrand ist bei Rheinkilometer 474, aber wo ist eigentlich Rheinkilometer 1000? Weil sich der Rhein in seinem Unterlauf mehrmals gabelt (und dabei auch noch öfters seinen Namen ändert), gibt es auf diese Frage mehrere Antworten: An der IJssel ist km 1000 in Kampen, einer Hansestadt, die um 1450 etwa so viele Einwohner hatte wie Amsterdam. Kampen war das Ziel der diesjährigen Veluwerally, einer Saisonabschlußfahrt ähnlich unserer Boppardfahrt. In diesem Jahr gab es die 39. Auflage, und vom DSW waren Kai und ich dabei – zwei von etwa 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Der Start war in Deventer, ebenfalls eine sehenswerte Stadt, ein wenig wie Amsterdam ohne Grachten und ohne Massentourismus.

 

Kai und ich waren am Samstag angereist. Bei schönstem Wetter die übliche Logistik: Zelt aufbauen, Auto zum Zielpunkt fahren, Stadtbummel, in Kampen, mit dem Zug zurück, Abendessen in der Abendsonne in einer Gaststätte am Marktplatz.

Offenbar ist am letzten Septemberwochenende meistens sonniges Spätsommerwetter, mit einem Nachteil: Frühnebel. Eigentlich war der Start für Sonntag 8 Uhr geplant, aber man konnte nicht einmal das gegenüberliegende Flußufer sehen. Die Behörden hatten den Veranstaltern eine Mindestsichtweite von 1 km vorgeschrieben! Was tun? Um 10 Uhr begannen die ersten Einheimischen, ihre Boote wieder auf die Autos zu laden. Sollten wir unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren? Erst noch wieder mit dem Zug nach Kampen zum Auto? Um 10:30 Uhr sind Kai und ich einfach losgefahren. Gemerkt hat es keiner, es war ja nebelig... Auf diese Weise konnten wir die immerhin 50 km ganz entspannt angehen und später zusehen, wie die anderen Kanus nach und nach am Ziel eintrafen. (Unterwegs haben wir erfahren, daß der offizielle Start um 12 Uhr gewesen ist. Kurz zuvor war auch bei uns die Sonne durchgekommen.) Bei den Kontrollposten waren wir natürlich die ersten. Übrigens gab es beim zweiten Posten Suppe, Gebäck und Kaffee, und nette Gespräche mit den Helfern.

Fazit: Auch wenn die Anfahrt etwas lang ist, es hat sich gelohnt: Die IJssel hat Strömung, aber nicht zu viel, sie ist nicht zu breit, es gibt Frachtschiffsverkehr, aber nur wenig. Im Nebel konnten wir am Ufer entlang von Buhne zu Buhne fahren, später hatten wir strahlenden Sonnenschein. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch, mit unholländischen Hügeln (die Gegend ist nicht Holland), Windmühlen, und Kühen am Ufer. Beim nächsten Mal könnte man überlegen, noch ein oder zwei Tage anzuhängen und weiterzufahren nach Fryslân, oder im Bogen nach Zwolle.

 

 

Camping am Start in Deventer: Quasi in der Innenstadt

 

Das Ziel ist ein Jachthafen mit Blick auf die Hansestadt Kampen

Wir hatten uns für die 50-km-Tour entschieden. Beim nächsten Mal versuchen wir die 80er...

Reinhard Henke